Spektrakulär - Folge 27 als Kurzpod: "Eine Mutter hat immer recht."
Shownotes
„Ich bin nur auf der Welt, weil es euch gibt“– Ein Satz, der Christine Werk als Mutter das Herz zerriss. In unserer Folge 27 erzählt Christine offen von den unsichtbaren Kämpfen der Eltern autistischer Kinder. Selbst als Autistin diagnostiziert, kennt sich Christine Werk aus mit Wahrnehmungsbesonderheiten und Stressoren. Mit Scham und Überforderung. Aber vor mit der Kraft und Liebe, die neurodivergente Familien zusammenhält. Als Studentin der Sozialen Arbeit schaut Christine Werk auch auf soziale Umfelder. Besonders Elternarbeit und Vernetzung liegen ihr am Herzen. Dafür hat sie mit www.neuroherz.de ein eigenes Online-Angebot geschaffen. Unsere Folge über elterliche Resilienz.
- Welche Prägungen beeinflussen, wie wir bei Stress mit unseren Kindern umge-hen?
- Warum ist "herausforderndes Verhalten“ keine Provokation sondern ein Zeichen von Überforderung?
- Was hilft in Krisen und stärkt die Beziehung zu den Kindern?
- Wie nehmen Eltern ihre eigenen Grenzen wahr und ernst?
… Hinweis: Für Links zu externen Quellen übernehmen wir keine Gewähr.
Unser Instagramkanal @spektrakulaer_podcast
Christine Werk
Portrait ihrer Familie im Magazin m des Martinsclubs e.V.. https://www.martinsclub.de/ueber-uns/m/
Christines Webseite
Christine Werk auf LinkedIn
https://www.linkedin.com/in/christinewerk/
Herausfordernder Familienalltag mit autistischen Kindern
Blogbeitrag von Susanne Strasser (2024)
Linus Müller hat auf seiner Webseite Autismus-Kultur eine Übersetzung eines Textes von Dinah Murray, PhD, veröffentlicht
https://autismus-kultur.de/kultur-und-ignoranz/
Bo Hejlskov Elvén und Anna Sjölund (2022): „Handeln, Auswerten, Verändern. Vom unaufgeregten Umgang mit Menschen mit einer Autismus-Diagnose und einer an Autonomie orientierten Pädagogik“
https://www.dgvt-verlag.de/shop/handeln-auswerten-veraendern/
https://www.socialnet.de/rezensionen/22159.php
Elternratgeber Autismus-Spektrum (Neufassung 2024), Informationsbroschüre des Bundesverbandes Autismus Deutschland e.V.
https://www.autismus.de/fileadmin/SERVICEUNDMATERIALIEN/Elternratgeber2024v4Stand12Dez24.pdf
Sensorische Besonderheiten bei autistischen Menschen
https://autismusinfo.com/sensorik-bei-autismus-und-adhs/
https://www.meinefamilie.at/blog/anders-fuehlen-anders-wahrnehmen-ein-blick-auf-autismus-bei-kindern
Zur Unterscheidung von Wutanfällen und Meltdown
https://ellasblog.de/wie-man-wutanfaelle-und-meltdowns-auseinander-haelt/
https://innerwelt.wordpress.com/2017/04/17/wutausbruch-vs-meltdown/
https://www.ju-care.com/meltdown-oder-wutanfall-so-erkennen-und-handeln-lehrkraefte-im-schulalltag/
Stresslevel bei Eltern allgemein / Studie zu Eltern-Burnout
https://www.vdek.com/magazin/ausgaben/2024-02/eltern-burnout-forsa-umfrage-kkh.html
https://www.deutschlandfunk.de/eltern-stress-ueberforderung-burnout-100.html
Studie von Monique Förster, Claudia Kirsch, Julia Habermann und Dorothee Noeres (Medizinische Hochschule Hannover 2025): Exploring the connection between maternal mental health and partnership, parental role, and satisfaction with various aspects of life using pairfam data: a cross-sectional analysis
https://link.springer.com/article/10.1186/s12905-025-03933-7
Resilienz
Robert Brooks, Sam Goldstein (9. Auflage 2023): Das Resilienzbuch – Kinder fürs Leben stärken
https://www.klett-cotta.de/produkt/das-resilienzbuch-9783608987416-t-8358
Informationen vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung
https://lir-mainz.de/fuer-privatpersonen
Über Schuldgefühle und Selbstfürsorge von Eltern in Ellas Blog (Silke Bauerfeind)
https://ellasblog.de/ohne-schuldgefuehle-warum-eltern-von-autistischen-kindern-pausen-brauchen/
Christine Preißmann, Gut leben mit einem autistischen Kind. Das Resilienzbuch für Mütter. Klett-Cotta (4. Auflage, 2025)
Co-Regulation durch die Eltern für die Kinder
https://www.familienort.com/wissen/co-regulation-eltern-kinder/
Zu den inneren Konflikte bei Eltern und Begleitenden
Angelika C. Wagner (3.Aufl. 2021). Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte. Mentale Selbstregualation und Introvision. Kohlhammer Verlag. Stuttgart
https://elibrary.kohlhammer.de/book/10.17433/978-3-17-034171-5
Infos zu den erwähnten Comic Strip Gesprächen/Social Stories (Soziale Geschichten) nach Carol Gray
https://sachendenker.ch/wie-unterstuetze-ich-ein-kind-aus-dem-autismusspektrum-gedankenlesen/
https://www.genialokal.de/Produkt/Carol-Gray/Comic-Strip-Gespraechelid41400801.html
https://eu.autismusverlag.ch/das-neue-social-story-buch/AV10
https://www.storyboardthat.com/de/articles/e/einf%C3%BChrung-to-social-geschichten
https://carolgraysocialstories.com/
Beziehung der Eltern autistischer Kinder
Eine große Studie des Kennedy Krieger Institute widerlegte 2017 den alten Mythos einer 80-Prozent-Scheidungsrate bei Eltern autistischer Kinder. Aktuelle Studien (2022–2026) zeigen: Die Scheidungsrate bei Eltern autistischer Kinder ist in den ersten Lebensjahren nicht erhöht. Sie steigt aber ab dem Jugendalter auf 23,5 %–36 % (vs. ca. 14 % in der Allgemeinbevölkerung).
Zum Vergleich die allgemeine Scheidungsstatistik https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Eheschliessungen-Ehescheidungen-Lebenspartnerschaften/_inhalt.html
Mehr zum Thema Paarbeziehung und Trennung von Eltern autistischer Kinder
https://autismusinfo.com/autistische-scheidungskinder-sorgerecht-und-besuchsrecht/
https://www.mhh.de/forschungsverbund-familiengesundheit
Stressbelastung und mentale Gesundheit von Elternteilen/Alleinerziehenden
https://link.springer.com/subjects/mental-health-and-social-support-in-single-parent-families
Neurodiverse Paarbeziehung
Constanze Schwärzer-Dutta (2022): Liebe mit Köpfchen – Tipps einer Autist*in für neurodiverse Beziehungen. https://www.edition-assemblage.de/buecher/liebe-mit-koepfchen/
Systemischer Blick auf Neurodivergenz
(Autismus)Diagnostik vs. Stigmatisierung
https://adhs.expert/2024/11/21/die-diagnose-autismus-ein-stigma-und-eine-herausforderung/
Podcast-Tipp: Saskia Niechzial – Ein Kopf voll Gold
Auf Instagram: @kopfvollgold, @liniert.kariert
Transkript anzeigen
00:00:04: Spektrakulär.
00:00:06: Eltern erkunden Autismus.
00:00:09: Hallo, mein Name ist Mirjam Rosentreder Ich bin Journalistin Mutter eines Sohnes im Autismus-Spektrum und ich mache das hier nicht alleine Bei mir ist Marco Tide.
00:00:20: Ja moin!
00:00:21: Ich bin auch Vater eines Jungen im Spektrum Und ich arbeite als Therapeut und auch als Berater.
00:00:30: Dieser Kurzport ist eine gekürzte Fassung unseres Gesprächs
00:00:39: Heute mit Christine Werk.
00:00:41: Studentin der sozialen Arbeit, Mutter von zwei autistischen Söhnen und selbst im Spektrum.
00:00:47: Noch mal herzlich willkommen!
00:00:48: Christine.
00:00:49: Hallo Schön dass du heute da bist Und hallo natürlich Marco
00:00:51: Ja moin hallo
00:00:53: Marco und ich kennen dich aus unserem Elternkreis, den wir auch für den Martinsklug moderieren.
00:00:57: Und wir wollen nämlich heute
00:00:58: mal
00:00:59: genauer drauf schauen was unseren Familienalltag herausfordernd macht und wie es um unsere älterliche Resilienz steht also wie wir elternotistischer Kinder da heile durchkommen.
00:01:10: Du hast gesagt ich komme gerne zu euch dann mache ich gerne mit denn unser ältelicher Struggle ist für andere ja immer unsichtbar.
00:01:17: Womit fing denn heute morgen bei euch Zuhause der Stress an?
00:01:21: Das ist eine sehr gute Frage Weil tatsächlich ging es heute Morgen wirklich schon wieder ordentlich los.
00:01:26: Unser großer Sohn hat im Moment starke Schwierigkeiten mit der Schule, dass wir haben täglich Morgens Meltdowns und auch heute Morgen wieder... Er ist ziemlich gut aufgestanden zwar aber er fing dann wieder das Schreien an und dass er nicht zur Schule völlig übermüdet.
00:01:41: Und der Struggle ist halt dann wirklich ruhig zu bleiben und auch zu entscheiden was dann das Beste für das Kind ist.
00:01:49: Wir haben ihn jetzt schon seit letzter Woche vom Wochenende zu Hause und haben ihn heute auch wieder zuhause gelassen, also mein Mann ist gerade zu Hause.
00:01:58: Ja, das ist halt ziemlich schwierig im Moment weil wir merken, wir hatten letztes Jahr ungefähr zur selben Zeit eine ziemlich heftige Krise und ob es oft mit der Länge des Schulhalbjahres zusammenhängt dass er jetzt einfach an so einem Erschöpfungszustand kommt wo er nicht mehr richtig rauskommt.
00:02:17: nächste Woche ist Klassenfahrt.
00:02:20: Es ist jeden Morgen im Moment die Entscheidung zur Schule, ja oder nein.
00:02:23: Wie geht es ihm und dieses schreien halt?
00:02:26: Dieses unberechenbare Schreien...
00:02:28: Ja kann er benennen was seine Stresshorte also was ihn so stresst?
00:02:33: Das versuchen wir immer wieder rauszufinden.
00:02:38: Ich würde zusammenfassen dass das halt diese Fremdbestimmung in der Schule ist, dieses durchgetaktete.
00:02:43: Also er sagt dass selber dieses jeden morgen um acht.
00:02:45: er spricht davon dass Schule für ihn eher ein Überleben ist.
00:02:49: Uhr klingelt, ich muss um acht drin sein.
00:02:51: Dann geht es eine Dreiviertelstunde oder so.
00:02:52: Dann wird vorgegeben wann Pause anfängt und wann Pause zu Ende ist.
00:02:56: dann geht das weiter.
00:02:57: Dann sind die Unterrichtsfächer vorgegen.
00:03:00: Dass er einfach nicht selber entscheiden kann, ich brauche jetzt ne Pause oder ich komme jetzt nicht so schnell mit oder generell einfach... Ich kann nicht selber bestimmen wie mein Tag läuft.
00:03:09: damit hat er das größte Problem.
00:03:12: Das macht dann so diese Krisen und den Stress.
00:03:16: Wir hatten, als wir entsprechende Hilfe hatten, ging das wieder bergauf.
00:03:20: Es war wirklich gut.
00:03:21: Und wir hatten endlich unseren Sohn wieder.
00:03:23: Aber im Moment geht es in eine Richtung ... Wir wollen nicht, dass es kippt.
00:03:28: Aber es ist grad ... Wir wissen nicht, ob's kurz davor ist oder ob die Klassenfahrt genau das Richtige ist?
00:03:38: Er freut sich drauf.
00:03:39: Ich hab ihn auch gefragt, wenn du die Wahl hast mit der Klassenfahrt ... Was würdest du am liebsten machen?
00:03:45: Wir können dir alles ermöglichen.
00:03:47: was wäre das?
00:03:48: Und er hat gesagt, er würde auf jeden Fall gerne mitfahren aber er möchte nicht übernachten und das war auch das was wir so auch schon geplant hatten also was wir uns auch schon überlegt hatten.
00:04:00: Also ich ruch mich halt ins Hotel ein hol ihn dann ab um bringe ihn morgens hin Und das ist auch mit der Klassenleeren abgesprochen und auch super verständnisvoll.
00:04:09: Schön!
00:04:10: Also wirklich, sehr herzlich, sehr verständnisfoll.
00:04:13: Das ist wirklich toll.
00:04:15: Auch die Schule insgesamt ja... also da hört man ganz andere Geschichten.
00:04:17: Was hast du gerade genau gemeint?
00:04:19: Wir hatten unseren Sohn wieder.
00:04:23: Uff, ja also letztes Jahr sind wir an einem Punkt gekommen.
00:04:26: jetzt muss ich kurz mal überlegen.
00:04:29: er wurde in der Schule gemorbt.
00:04:31: Also er ist beliebt an sich, also es jetzt keiner der ausgegrenzt ist.
00:04:34: Aber es gab ein Kind... Ich behaupte das mal so, ich muss aufpassen was ich jetzt sage.
00:04:40: Was selber Schwierigkeiten meiner Meinung nach hat und unser Sohn hat sich aber trotzdem davon triggern lassen konnte sich nicht wehren.
00:04:49: Dann vermute ich rückblickend dass einfach der Erschöpfungszustand war vom Schulhalbjahr durchhalten Durchpowern usw.
00:04:56: dann sind wir kurzfristig nach Berlin.
00:04:58: Das war halt aus ganz wichtigen Gründen.
00:05:02: Also zur Familie in
00:05:03: Berlin?
00:05:04: Ja, genau.
00:05:05: und dann haben wir überlegt einen Tag in Absprache mit den Kindern dass uns eine Sehenswürdigkeit angucken.
00:05:11: das hatten wir uns vorgenommen weil in Stadt voll usw.
00:05:15: Das haben wir dann gemacht mit der Straßenbahn gefahren das kennen sie ja alles gar nicht.
00:05:18: für mich ist es ja ganz normal.
00:05:20: Da haben wir schon gemerkt, da waren sie ein bisschen aufgeregt und dann standen die auch.
00:05:24: Haben sich verstärkt, haben sich die Ohren zugehalten und gesagt, wir hatten die Tickets schon gekauft?
00:05:27: Wir haben vielleicht in dem Moment falsch entschieden, haben gesagt, komm das schafft ihr!
00:05:30: Das sind dann da rein...
00:05:32: Und
00:05:33: unser größerer Sohn hat man gemerkt er war total angespannt und wir sind am Bundestag ausgestiegen, sind da rumgelaufen, hatten noch ein super schönes Erlebnis mit der Polizei.
00:05:41: also wirklich ein schönes erlebnis nichts Negatives und wir haben gedacht es ist alles in Ordnung, es ist alle layers, es ruhig Und dann können wir in einen Souvenir laden, weil sie sich gerne was aussuchen wollten.
00:05:55: Da haben wir schon langsam gemerkt das kippt er langsam und dann kam eine größere Reisegruppe die da vorbei lief.
00:06:00: also eigentlich relativ unspektakulär würde man jetzt davon außen sagen und da ist mir das erst mal so richtig bewusst geworden wie viel ihm eigentlich schon zuviel es war.
00:06:09: ja standenteil die Gruppe ist nur vorbeigelaufen und er hat sich so die Ohren zugehalten, hat sich versteckt quasi.
00:06:17: Und dann sind wir nach Hause irgendwann, also richtig nach Hause zurück... ...und dann ging es rechtlich los!
00:06:23: Also er war auch schon in einem Zustand, er hatte immer... Es ist nicht Echolali oder so, das ist steotypisch immer wieder dasselbe Wort.
00:06:31: Wiederholt immer wieder und immer wieder an jeden Moment.
00:06:34: Das war wirklich so schlimm, dass man sich nicht mehr mit ihm unterhalten konnte.
00:06:40: Und da war ich damals noch nicht Ganz so weit war, sag ich mal in Anführungsstrichen.
00:06:45: Ich konnte nicht mehr und bin dann irgendwann auch ein bisschen ausgeflippt.
00:06:49: Und hab ihm gesagt jetzt hör auf damit!
00:06:51: So ne?
00:06:52: Weil das ist ein unentscheidemlicher Stressfaktor war.
00:06:56: Dann hab ich gesagt hör jetzt auf damit, mach irgendwas anderes... ...und er nimmt das sehr ernst.
00:07:01: Ich sage jetzt mal sehr regelkonform also für ihn ist es dass ich sagt das.. ..und dann muss sich das machen.
00:07:05: Und hat mir richtig gemerkt wie er das unterdrücken musste und fing an sich zu schlagen.
00:07:10: Anstatt Also ich habe ihm quasi in Anführungsstrichen das genommen, dass er das sagen konnte, dieses Wort.
00:07:17: Und er fing an sich zu schlagen und das hat er wirklich wochenlang gemacht... ...und auch das was alles so gefallen ist mit der Frage wir haben ihn nicht mehr wiedererkannt.
00:07:26: also er war wenn man es von außen betrachten würde und ich Bescheid weiß Hätte man gesagt er ist einfach unheimlich pumpig respektlos uns gegenübergewiesen ausfallend genervt aber auf einem Niveau Ja, wo du dein Kind nicht mehr erkennst.
00:07:43: und dann kam ein Moment da ist er völlig entreden ausgebrochen saß auf der Couch Und hat also wir haben einen wort als etwas fallen lassen wo wir wirklich Sorge hatten und ich bin nur auf der welt weil es euch gibt.
00:08:00: was soll ich hier so sinngemäß
00:08:02: mit sieben
00:08:03: ja genau.
00:08:05: und Also da war ich wirklich sprachlos.
00:08:09: Wir saßen damals ... fürchterlich geweint vor Verzweiflung.
00:08:13: Wir haben ihm erklärt, wie wertvoll er ist und warum bin ich wertvoll?
00:08:19: Also wenn ich daran denke... Das macht auch was mit mir, wenn ich das erzähle!
00:08:24: Und wir haben uns dann nur überlegt, fahren jetzt in der Nacht
00:08:29: noch,
00:08:30: lassen ihn schlafen, dass er zur Ruhe kommt, fahren wir jetzt irgendwie in die Klinik oder irgendwo hin irgendwas tun.
00:08:37: Wir hatten es ja schon wochenlang auch so ausgehalten, das anzugucken Und ... ja, und dann hangelt man sich halt so weiter.
00:08:45: Also
00:08:45: ihr seid nicht in die Klinik gefahren?
00:08:48: Weiß halt nicht, wie weit ich das wirklich erzähle, weil das ist nicht... Okay!
00:08:53: Wir haben nicht die Unterstützung bekommen, die wir hätten gebraucht.
00:08:56: So, und wir hatten zwei Termine in der Klinika.
00:09:00: Der erste Moment war super.
00:09:02: Die haben das auch alles aufgenommen und gesagt, ich spreche mit der Leitung
00:09:04: usw.,
00:09:05: Sie können über den nächsten Tag kommen und und und aber die nächsten Schritte wandern.
00:09:10: Das Erstgespräch war noch gut, und das Zweite war dann nicht mehr hilfreich.
00:09:15: Und dass wir am selben Abend notfallmäßig auch zu den Behandelnden Kinderpsychater ... Sie haben gleich am Telefon gesagt, sie sind Notfall, alles gut, kommen Sie!
00:09:28: Da war der Punkt, wo die echte Hilfe kam.
00:09:30: Es ist ein Learning für uns, wo wir hin können im Notfall und wo nicht.
00:09:35: Wir sind dieses Jahr hoffentlich nie an diesem Punkt, aber letztes Jahr ... Und ich habe im Nachhinein jetzt, also ich spreche natürlich auch mit anderen Menschen.
00:09:44: Es ist keine einzelne Erfahrung die wir da gesammelt haben.
00:09:49: Du hast eine Webseite Neuroherz.de wo du auch so Elterntreffen online veranstaltest.
00:09:56: Warum war dir dieser Austausch mit Eltern so früh so wichtig?
00:10:01: Weil es genau das ist was uns gefehlt hat!
00:10:04: Also weil es genau dass ist.
00:10:06: man steht sehr viel alleine da Man hat ... Entweder man hat, ich sag mein Anführungsstrichen das Glück.
00:10:13: Ich nenn das jetzt mal Glück und weiß zumindest schon mal eine grobe Richtung wie man sein Kind unterstützen könnte oder sich auch ein bisschen Wissen anzulesen oder so.
00:10:23: Oder man hat halt keine Diagnose und ist völlig am Schwimmen unter noch ne dritte Komponente.
00:10:29: du kannst auch ne Diagnosse haben und sie wird nicht ernst genommen.
00:10:32: Ich selber hab es erlebt, wir selber haben's erlebt in die totale ... Verzweiflung zu rutschen weil man nicht ernst genommen wird, weil man überfordert ist.
00:10:42: Ich habe nach Angeboten damals geguckt es gibt kaum etwas.
00:10:48: also ihr als Elternkreis war das einste Angebot wo man halt wenn man so belasteten Familien allen Tag hat und zum Beispiel auch online teilnehmen konnte oder immer noch kann um die Barrieren nicht so hoch zu machen dass man auch wirklich teilnehmen kann weil gerade dieses Schwimmen diese Verunsicherung dieses Ja, ich hab vielleicht was gelesen und kann mir vorstellen dass das vielleicht das ist was bei meinem Kind gerade das Problem ist.
00:11:12: Ich versuch ja irgendwie damit umzugehen aber ich schaffs nicht.
00:11:16: bin ich
00:11:16: doof
00:11:17: erziehe jetzt nicht richtig?
00:11:18: also so fing es bei uns an das werden um seine Erziehung gezweifelt haben.
00:11:22: dann hat man Themen die traut man sich vielleicht nicht anzusprechen.
00:11:25: man wartet sehr lange und ich finde halt einen Elternaustausch auch egal in welches Thema könnte man fast sagen hilft einfach enorm Für die eigene Entlastung, also einfach nur das zuhören.
00:11:37: Das Wissen... ...das was dann andere Eltern beschreiben, das kenne ich auch.
00:11:41: Ich bin nicht komisch, ich mache nichts falsch und ich finde halt die Angebote, es gibt viel zu wenig.
00:11:50: Und deswegen war mir doch so wichtig weil dass das ist was uns für den Anfang auch gefehlt hat.
00:11:56: und wenn wir darüber sprechen, ich mach das ja auch bewusst ohne dass man irgendwie eine Diagnose haben muss oder sowas.
00:12:04: Viele müssen ja auch jahrelang warten, wir sind in Diagnostikplatz und dann haben sie vielleicht einen Termin?
00:12:09: Dann wird ihnen auch gesagt, nee ist es nicht so!
00:12:11: Und keiner weiß stimmst, stimmts nicht.
00:12:13: Das spielt ja so für Rhein und ich empfinde das als Chaos... ...und man verliert sich halt da drin.
00:12:22: Deswegen finde ich's wichtig, sich Austausch, Vernetzung und Austausche ist super wichtig.
00:12:27: Und der Druck ist ja für Familien, für alle Familien in den letzten Jahren massiv gestiegen.
00:12:32: ich habe mal geguckt was es so für allgemeine Zahlen gibt und laut einer Umfrage der kaufmännischen Krankenkasse aus dem Jahr zwei tausend vierundzwanzig fühlen sich siebzig Prozent der Eltern in Deutschland erschöpft und ausgebrannt.
00:12:46: fast vierzig Prozent waren schonmal depressiv.
00:12:50: Eine Studie der medizinischen Hochschule in Hannover hat mal hochgerechnet, dass eighthundert-achtzigtausend Eltern in Deutschland als Burnout gefährdet gelten.
00:12:59: Und das ist inzwischen eine eigene Diagnose.
00:13:01: Eltern-Burn out, parent burnout?
00:13:04: Ja, ich hatte auch einen Hörsturz.
00:13:07: Das ist ja schon die Vorstufe von Burn Out.
00:13:09: Zumindest sagt der Körper geht nicht mehr so.
00:13:12: Da war ich noch arbeiten.
00:13:13: also man hat ja auch im nahen Umfeld Schwierigkeiten dass das akzeptiert, verstanden wird und beziehungsweise auch nicht bewertet.
00:13:24: Verständnis ist immer noch muss man nicht haben denke ich immer.
00:13:27: aber das Bewerten oder das einfach nicht anzunehmen, anzuerkennen, dass man wirklich große Herausforderungen hat finde ich wenn dann jemand krank wird.
00:13:36: also zum Beispiel jetzt ich die Doppelbelastung Arbeit und zu Hause zu managen im Hörsturz zu landen zeigt eigentlich schon wie viel dahinter steht was alles herausfordernd und belastend ist.
00:13:51: Ich hatte auch schon, Hörsturz ist gar nicht so lange her und habe das gar nicht als so deutliches Zeichen empfunden.
00:13:57: Das gibt mir gerade zu denken...
00:13:59: Also ich hatte schon meinen zweiten, ich hatte vor zehn Jahren schon mal einen aber mir hat der Arzt gesagt die meisten es müssen ihr Leben ändern.
00:14:07: Es ist eigentlich ein Warnschuss dafür zu überdenken wie dein eigenes Leben eigentlich gerade läuft und was man vielleicht ändern könnte.
00:14:16: Also gucken, was eigentlich einen wirklich stresst.
00:14:19: Eine harte Frage aber ich stelle sie trotzdem in welchem Moment heißt du als Mutter zum ersten Mal gedacht, Hoppla?
00:14:26: In welchem Leben bin ich hier gelandet?
00:14:28: Ich kann nicht mehr!
00:14:32: Bevor die Diagnose kamen... Also also die schlimmste Zeit hatten wir vor der Diagnese, die jetzt steht, die ja auch nochmal verifiziert werden musste und da wussten wir ja nicht.
00:14:45: Ich sage mal, was wir zu tun hatten Das habe ich in dem Porträt auch gesagt, dass ich mich dafür auch geschämt hab.
00:14:53: Also wie ich vor allem mit meinem großen Sohn umgegangen bin also nicht weil ich ihn nicht liebte oder mochte sondern war einfach so verzweifelt und hilflos war und dieses Verhalten nicht verstanden habe.
00:15:06: Und da kommen ja dann eigener Trigger noch dazu.
00:15:09: das Wort Trigger ist immer natürlich aber Du bist ja so auf dich allein gestellt du weißt wir waren ja schon Wir sind ja schon losgelaufen wir sind schon erst Thema Hochbegabung Naja, sie haben schlaues Kälchen und so weiter.
00:15:23: Aber alles andere.
00:15:24: Schauen Sie mal!
00:15:25: Also wir sind ja noch eine Familie... Ich empfinde das so.
00:15:29: Wir haben doch so viel Kraft, dass wir uns auf den Weg begeben und machen und tun und auch sagen hey, wir brauchen Hilfe.
00:15:36: also über dem Punkt der völlig weg sind, dass man Charme hat um Hilfe zu fragen.
00:15:40: Und trotzdem wird hier nicht so oder damals wurde mir nicht so ich weiß nicht ob man sagen kann ernst genommen aber es hat halt dann doch noch gedauert bis wir wussten, was wirklich los ist und nur durch auch glückliche Umstände.
00:15:55: Du hast in einem Zeitungsporträt im Magazin auch viel von eurem Alltagsleben geteilt.
00:16:01: also du bildest mit deinem Mann der nicht im Spektrum ist?
00:16:04: Auch ein gutes Team!
00:16:05: Also das ist mir aufgefallen ihr seid diejenigen die wenn sie zum Elternkreis kommen meistens zu zweit dabei sind also dieses Nicht-Glauben oder nicht ernst genommen werden.
00:16:15: es gibt ja leider manchmal auch innerhalb von Partnerschaften Das verlinken wir euch gerne nochmal.
00:16:20: Also
00:16:20: wo ich gerade ein bisschen hängen bleibe ist ja noch mal diese Frage der Scham, also das ist ja etwas was uns dann so häufig im Weg steht.
00:16:27: Diese Scham und diese Schuldgefühle die wir haben weil wir vermeintlich falsch umgegangen sind mit den Kindern oder vielleicht wirklich in Unwissenheit dann Entscheidungen treffen die den Kindern nicht gut tun.
00:16:42: Versuch ja mal ein bisschen wegzukommen von solchen Falsch richtig und schuld, unschuldig Zuschreibung zu sprechen.
00:16:51: Und gleichzeitig bleibt es trotzdem irgendwo hängen, dass wir sagen Ja das hätte ich so immer nicht machen soll oder hätte ich anders gemacht wenn ich andere Informationen gehabt hätte.
00:17:03: Also, ich hab geweint.
00:17:05: Ich weiß noch genau die Situationen.
00:17:07: Wir hatten Paarzeit, wir hatten Babysitter zu Hause.
00:17:10: Das war so eine Woche nach der Diagnose oder sowas und ich konnte mich überhaupt nicht mehr aufs Essen konzentrieren weil wir hatten mal Ruhe.
00:17:15: Und ich habe wirklich angefangen zu heulen, weil mir das einfach auch so leitert, weil dann die ganze Tragweite erst einmal bewusst geworden ist.
00:17:23: Natürlich habe ich mich im ersten Moment schuldig gefühlt.
00:17:25: Ich fühle mich heute teilweise noch schuldiger, Es ist einfach menschlich, dass du nicht vierundzwanzig sieben kannst.
00:17:33: Du kannst zwar alle Toleratschläge lesen und du musst so sein und du muss dies und das wer den Alltag aber nicht erlebt Das kann man nicht durchhalten.
00:17:40: Vierund zwanzig Sieben das heißt es wird auch mal laut und man wird auch Mal ungerecht und Man wird auch vielleicht mal ausfallend.
00:17:45: Und das finde ich zum Beispiel ist halt auch was ganz ganz wichtiges Dass man das betont Dass das auch okay ist dass man weil wenn man das nicht rauslässt Dann landet man eben Burnout oder also in einer Situation, wo gar keiner dann irgendwann mehr kann.
00:18:05: Und was autistische Eltern leisten ist enorm!
00:18:10: Und ich finde, alleine das ist schon eine Riesenanerkennung eigentlich schon mal, die man Eltern entgegenbringen müsste.
00:18:16: Du meinst jetzt älternautistischer Kinder oder auch und dann kommt ja bei dir noch hinzu?
00:18:21: Du bist zudem ja Selbstautistin was du da durch die Diagnosen bei deinen Kindern realisiert hast.
00:18:26: Genau also über meine Kinder genau.
00:18:29: Also ich bin meinem größeren Wohnen sehr ähnlich.
00:18:32: dadurch... Also bevor ich überhaupt wusste, dass Autismus irgendwie ein Thema werden würde.
00:18:37: Ich habe irgendwann nur gesagt, ich verstehe ihn.
00:18:39: Ich kann damit aber nicht umgehen weil ich selber damit Probleme habe und natürlich so wie du sagst wird sicherlich unbewusst an einigen Stellen auch noch mit einem... weiß nicht ob man Hindernis sagt Aber es macht vielleicht die Sache nicht unbedingt immer leichter An manchen Ecken wieder schon Weil man besseres Verständnis hat Und dadurch für das Kind auch sprechen kann.
00:18:59: Aber manchmal hat man selber dann auch nicht so.
00:19:01: Also meine Kinder zum Beispiel, der große stimmt unheimlich viel.
00:19:05: Unheimlich vier!
00:19:07: Das heißt Geräusche klackern sprechen singen und das den ganzen Tag so sage ich immer... Und ich bin sehr geräuschempfindlich.
00:19:17: Dann sag' heißt es immer so schön Naja setz Kopfhörer auf.
00:19:20: Ja das mache ja auch Aber trotzdem kannst du und visuell stört mich das halt auch also diesen.
00:19:24: beide Kinder sind auch motorisch Unruhig.
00:19:27: Der Kleine hat jetzt seit kurzem auch noch eine ADHS-Diagnose dazu, das ist auch sehr passig.
00:19:33: Das heißt der große Stimmfiel, der kleine kann sich still sitzen und immer mit den Klischees zu arbeiten.
00:19:40: Für mich es ist schon eine Herausforderung zum Beispiel am Wochenende Wenn beide oder alle vier da sind also auf meinem Mann Und dann wird rumgewuselt, dann wird laut und dann permanent.
00:19:51: und das ist für mich schon eine riesengroße Herausforderung.
00:19:56: Und man möchte auch nicht immer das Haus verlassen, nur um mal Ruhe zu kriegen.
00:20:00: Wenn dir das passiert und es raus muss, dein eigener Stress... Wie räumst du dann hinterher auf?
00:20:06: Also wie erklärst du das deinen Kindern?
00:20:11: Meistens gerate ich ja mit meinem größeren aneinander.
00:20:15: Manchmal denke ich so wahrscheinlich weil wir uns vielleicht zuehnlich sind.
00:20:20: Früher war's so, ich bin wirklich laut geworden also auf purer Verzweiflung richtig laut.
00:20:26: Ich entschuldige mich danach bei meinem Kind.
00:20:27: Also wenn irgendwie, ich will nicht sagen die Wogen geglättet weil beide Seiten können nichts dafür.
00:20:33: Aber wenn irgendwann wieder ein bisschen Ruhe drin ist und wenn es abends im Bett ist oder irgendeine Situation dann setze ich mich zu meinen Kindern und sage es war blöd von mir Es war nicht gut so.
00:20:40: eine Erklärung aber auch warum das passiert ist.
00:20:43: Ich sag ihnen es ist nicht in Ordnung ich hätte dich nicht anschreien dürfen ich aber ich war selber so hilflos verzweibelt in dem Moment Und sagt auch wirklich es tut mir leid so und meine Kinder Der Kleine macht das auch immer mehr.
00:20:55: Entschuldigen sich auch, sagt Mama es tut mir leid.
00:20:58: also ich finde schön dass sie's können und machen.
00:21:02: Ich find' das auch wichtig egal ob man jetzt neurodivergente Kinder hat oder nicht.
00:21:06: Ich finde es immer wichtig auch die Stärke zu besitzen sich auf Augenhör bei den Kindern zu entschuldigen weil das ist das was ich vorhin meinte!
00:21:14: Es ist menschlich weil jeder es irgendwie belastet.
00:21:17: aber dass man die Fähigkeit besitzt zu sagen es tut mein Leidkind.
00:21:19: Das war nicht in Ordnung.
00:21:21: Und auch du darfst mir sagen, Mama war nicht gut.
00:21:25: Lass mich in Ruhe und meine Kinder schreien mich halt auch an und dann merk ich's okay ja sie haben recht.
00:21:32: Trainierst du das auch manchmal regelrecht so ein bisschen als Therapeut oder in anderen... Warum schrei?
00:21:41: Nein!
00:21:41: Wie man nach einem Melter und zum Beispiel wieder miteinander ins Gespräch kommt.
00:21:49: Ich würde da ein paar Dinge nebeneinander stellen wollen.
00:21:52: Also ich sag mal, Menschen im Meltdown verfügen ja nicht über eine Art von Pulskontrolle.
00:21:57: Und da wüsste ich mich nicht, wofür ich mich in dem Moment entschuldigen soll?
00:22:01: Ich bin einfach drüber und kann nicht anders.
00:22:06: Wenn ich dann zum Beispiel aus so einer Verzweiflung laut werde, ist das ja etwas... ...ich bin nicht direkt im Melt down aber ich verliere dann auch ein Stück weit meine PulsKontrolle oder über meine Stimme, über mein Tun was auch immer.
00:22:21: Und das kann ich schon hinterher besprechen und sagen, mir ging es so und so.
00:22:26: Ich möchte das gerne anders lösen und sich gleichzeitig dafür aber nicht ständig zu Maßregeln oder zu verurteilen.
00:22:34: Weil es muss natürlich irgendwo raus und bestenfalls kommt es vielleicht dann nicht unbedingt beim Kind raus, aber es wird nicht immer klappen.
00:22:41: Und falls es mehr Downs würde ich dann eher das Kind darin bestärken wollen zu sagen, ich habe gesehen dass das offenbar eine Situation war die zu viel für dich war.
00:22:52: Du konntest nicht anders also gibt es auch nichts wofür sich entschuldigen.
00:22:56: Ja bestimmte Äußerungen die dabei fallen die sind erschreckend und sie sind auch verletzend oder wenn's handgreiflich wird ist es ja auch in körperlicher Weise verletzen.
00:23:07: aber dann hab' ich ja sozusagen als Elternteil eher nochmal die Aufgabe das natürlich auch sehr hoch gesetzt als Anspruch korrigulierend einzuwirken oder die Situation zu verändern, dass die Reize wegfallen.
00:23:23: Und das klingt immer theoretisch so einfach und das ist aber dann in der Praxis mal mehr Mal weniger gut machbar.
00:23:31: Dann kommen eben noch diese ganzen außen stehenden Blicke oder Unwertschätzung wie sagt man?
00:23:37: Bewertungen und Verurteilung noch dazu, die einem auch immer im Kopf rumschwören.
00:23:43: Ich hab mich als junge Mutter manchmal bei so nem Meltdown mit auf den Boden gelegt.
00:23:48: Also ganz ruhig aber ich lag dann einfach mit auf dem Boden also hat mich in dieselbe Lage versetzt habe mich dann aber bemüht eben nichts mehr zu sagen sondern einfach nur da zu sein.
00:24:00: das habe ich alles ganz entlastend empfunden für sowohl unser Kind als auch mich.
00:24:06: um nochmal auf deine Frage zu kommen, ob ich das auch im therapeutischen Kontext übe eher in dem Sinn dass sich versuche die Situationen noch mal nachzubesprechen oder nachzustellen durch visuelle Mittel wie zum Beispiel durch Bildgeschichten oder durch Geschichten die man aufschreibt.
00:24:24: Um jedem Beteiligten noch mal visuell klarzumachen so dass und dass es passiert ausgelöst.
00:24:33: und ich versuche dann immer wirklich eher von Wirkungen, von Verhaltensweiten zu sprechen und nicht darüber.
00:24:42: Und weil du das getan hast ist das passiert.
00:24:44: also du bist schuld dass wirklich immer mit der Maßgabe... und das ist mein Anspruch den ich versuch auch immer einzulösen.
00:24:51: Ich spreche nicht von Schuld, ich spreche immer von Wirkungen, von Wirkkungen von Interaktionen und die passieren und da kann ich mehr oder weniger Einfluss drauf nehmen.
00:25:03: Und dann bin ich noch weit weg entfernt von mich schuldig zu machen, ne?
00:25:07: Also ich spreche nicht davon... in mir erwacht jetzt plötzlich so ein großer Rachegeist und ich muss jetzt aber sowas von zurück hauen oder zurückschlagen und man hat jetzt so richtig heftige Vergeltungsbedürfnisse dabei.
00:25:22: Dann würde ich denken, ja da ist nochmal eine ganz andere psychische Verfassung zu betrachten Aber eben nicht, wenn ich nicht laut werde um meine Dominanz zu beweisen oder meine Macht auszuspielen.
00:25:35: Dann kann ich mich eigentlich nicht schuldig machen.
00:25:37: Also ich finde es total gut was du sagst und das ist auch... Wenn ich mir so vorstelle Ich würde mir das von dir erklären lassen Das würde mir unheimlich gut helfen.
00:25:45: Meistens ist es ja aber so... Oder dass es jetzt nur ganz persönlicher Blick Man steht als Eltern aber erst mal an einem Punkt Man weiß gar nicht, was brauche ich für Hilfe.
00:25:54: Wo muss ich hin?
00:25:54: Wer hilft
00:25:55: mir?"
00:25:55: Dass man davon auch weiß, dass man diese Hilfe bekommt.
00:25:58: aus meiner ganz persönlichen Erfahrung ist es so... Zumindest am Anfang erst mal.
00:26:03: die allergrößte Herausforderung für mich war das, was eigentlich unbewusst abläuft.
00:26:09: Die Bewertung!
00:26:10: Ich habe auch meine Kinder bewertet und das ist ja das, wo dann später bei mir das Schamgefühl entstanden ist.
00:26:15: aber da muss man sich auch nicht für schuldig fühlen im Nachhinein oder sich jetzt auch nicht entschuldigen.
00:26:21: Eltern jetzt mal so prochal gesagt die kommen aus einer generation die mussten funktionieren da gab es sowas nicht heißt das ja immer die hatte man zu parieren fertig.
00:26:35: Man merkt ja selber gar nicht, wie viel man davon in sich selbst trägt.
00:26:39: Das ist das, was ich an mir festgestellt habe, warum ich vor den Diagnosen auch so hilflos war und weil ich völlig in der Bewertung war.
00:26:48: Warum kann dieses Kind?
00:26:49: Warum macht es das nicht?
00:26:51: Ich hab mich daran abgearbeitet mit meinen Gefühlen.
00:26:56: Und ich glaube, dass das vielen Eltern so geht bei mir ... Druck auch entstanden, innerlich.
00:27:03: Wenn du immer wieder erlebst dein Kind kann einfachste Dinge nicht... Es muss sich irgendwie an Routinen hält sich so dermaßen fest dass du nicht dazwischen kannst.
00:27:12: Du verstehst aber die Logik dahinter nicht und weißt auch noch überhaupt nicht das Autismus irgendwie ein Thema ist.
00:27:17: oder hast du irgendwas davon gehört?
00:27:19: Dann habe ich auch den Druck, dass mein Kind funktioniert!
00:27:22: Dass es in die Schule pünktlich kommt.
00:27:25: Das, das nach außen kann man es auch nicht erklären.
00:27:28: Und ich finde, dass ist ein Struggle, den haben halt viele Eltern.
00:27:32: und solche Angebote oder das was du erzählt hast, das ist das, was viel mehr raus muss so und viel mehr, dass man diese Unterstützung mental als Eltern bekommen.
00:27:41: Ja also das ist ja auch Teil... der Übung oder der bewussten Machung in den Deeskalationsseminaren, die ich gebe, dass wir uns unsere eigenen inneren Konflikte bewusst werden.
00:27:52: Also ich nenne es immer Imperativkonflikte weil da so vielen Befehlstonen gefordert wird von wegen du musst das nur mal richtig erziehen und mit harter Hand usw.
00:28:02: Und dann wieder andere, die vielleicht diese Härte so gar nicht nachvollziehen können wie das sagen?
00:28:07: Ne also ich glaube du bist ein bisschen drüber.
00:28:09: Es gibt ja alles!
00:28:10: Diese ganzen inneren Stimmen Und das für sich erst mal zu realisieren, um dann zu gucken was mein ich denn jetzt dazu?
00:28:18: Also wer ist da gerade maßgeblich?
00:28:21: und dann so sagen so rein intuitiv würde ich jetzt mal sagen.
00:28:26: Ich gehe mal einen Schritt zurück auch wenn alle anderen Stimmen sagen nein du musst durchgreifen, du musst dich durchsetzen.
00:28:33: Das ist ja immer dieser Knackpunkt.
00:28:35: sich die Zeit zu nehmen kurz mal innen nicht zu sagen kurz zu gucken.
00:28:40: Ich hätte es nicht besser sagen können und sich davon auch zu befreien von diesen Erwartungen, den ganz eigenen individuellen Weg für die eigene Familie zu finden.
00:28:48: das ist ja schon ein Riesenprozess.
00:28:50: also wenn man das verstanden hat dann kommt man eigentlich auch an so einen Punkt dass man wirklich mal guckt.
00:28:55: ich bringe aber das Beispiel... Man isst es gewohnt abends wird um achtzehn Uhr gegessen alle haben am Tisch zu sitzen Es wird vernünftig gesessen usw.
00:29:04: Bei uns ist es mittlerweile der große Sitz mit Kopfhörern.
00:29:07: Der Kleine steht ständig auf.
00:29:10: Das ist nicht gewöhnlich, sag ich jetzt mal.
00:29:13: Es ist für viele nicht normal.
00:29:14: Das kann dein Kind nicht mal stille sitzen.
00:29:18: Wenn man nur jetzt lacht, wenn er das hört... Aber es ist jetzt nicht nur weil die Oma kommt.
00:29:23: Irgendwie müssen wir alle da sitzen und ... Oma spricht und wir machen, nee das ist genauso.
00:29:30: die Kinder sollen weiter nach ihrem Bedürfnis.
00:29:32: Wir
00:29:32: dürfen dann die Oma einladen sich mal auf dieses bunte Familienleben einzulassen.
00:29:37: Ich wollte nochmal ganz kurz zurückkommen auf diese inneren Stimmen.
00:29:40: ich denke diese anderen Stimmen die da sind die kommen oft auch von außen haben aber vielleicht auch in dir bestimmte Funktionen.
00:29:48: Die werden wahrscheinlich nicht leiser wenn wir sie immer nur verdrängen.
00:29:51: Insofern dürfen Sie auch angucken Okay, was möchtest du denn eigentlich von mir?
00:29:57: Dass man dich nur wahrnimmt und sagt ja.
00:30:00: Ich bin jetzt auch mal bewusst dass das alles sehr theoretisches Geräte ist.
00:30:05: ne Und mein denkt dann so in der Situation ich unterhalbe mich jetzt nicht mit tausend Stimmen hier.
00:30:09: Hallo!
00:30:10: Ich habe hier gerade eine Situation zum Erwitschen
00:30:12: Wenn wir jetzt auch kein Zettel und ein Stift raus und schreibt erst einmal welche Stimme das nicht habe.
00:30:17: Nein aber ich finde du hast etwas gesagt und das ist nämlich auch mein Gedanke den ich immer habe dieses zu schaffen, einen Schritt zurückzugehen in der Situation.
00:30:25: Also da übe ich mich ja auch noch weiter drinnen und das wird nie aufhören weil die Situation immer wieder neu sind.
00:30:31: aber genau das zu können und das konnte ich zum Beispiel gar nicht und merke aber jetzt wir hatten jetzt vor einer Woche oder sowas Der Große war auch wieder Zuhause und hat ein wirklich Meltdown also wirklich so mit allem mit auch werfen teilweise geht das jetzt los dass es fast ein bisschen körperlich wird Und sonst früher habe ich es gegengeschrien oder mit Kraft versucht, irgendwie ihn da runterzudrücken muss man ja eigentlich sagen.
00:30:58: Weil so hat man's kennigst und...
00:31:02: Aus deiner eigenen Kindheit meinst du?
00:31:05: Ja!
00:31:08: Ich mach das mittlerweile.
00:31:09: Ich schaffs nicht immer und ich finde, dass gehört zur Wahrheit auch dazu.
00:31:14: Aber Mittlerweile ist es so, probiere ich es anders.
00:31:17: Ich habe ruhig geblieben... ...ich sage mein Anführungsstrichen und lasse ihn schreien!
00:31:22: Ich gucke nur dass er sich nicht irgendwie verletzt oder irgendwas was man ja auch allgemein immer auf mit kriegt.
00:31:27: aber Und gucke mal etwas dann passiert So und er ist ja auch so und so geht's mir halt auch wenn in so einer Situation ich möchte nicht angefasst werden.
00:31:34: Ich möchte nicht angesprochen und nicht angefasst werden.
00:31:37: Und früher haben wir, oder machen es auch heute teils.
00:31:39: Wir reden viel zuviel in dem Meltdown mit dem Kind und ich glaube auch das ist menschlich so.
00:31:44: aber auch da zu sagen so ein Schritt zurück.
00:31:48: Gugelhalten?
00:31:49: Ja absolut!
00:31:51: Das ist schon sehr schwer und ich probiere es immer... Also ich kriege es immer besser hin und letztens war's halt auch so.
00:31:58: er war also in so völligen Meltdowns total am Weinen, am Schreien und ich kam nicht zu ihm ran.
00:32:03: Ich habe ihn gelassen Ich bin einfach nur neben ihm gewesen, auf der Couch.
00:32:07: Irgendwann wurde er ruhiger und hat immer noch laut geweint.
00:32:09: Dann habe ich aber irgendwann meine Hand auf seinen Fuß gelegt... ...und er wurde immer ruhiger!
00:32:13: Und dann hat sich dann auch irgendwann zu mir... ...sich ran gekuschelt und hab ihn umarmt so.
00:32:17: Und dann ging das, aber er hat sich auch
00:32:18: beruhigt.".
00:32:20: Das hört sich vielleicht für Außenstehende an.
00:32:21: Na ja, ist es vielleicht gar nicht so schwer oder weiß ich nicht?
00:32:24: Aber das ist schon ein riesen Ding.
00:32:26: also wenn man das täglich erlebt in schlimmen Phasen oder sehr häufig.. ..dann ist es wieder das worauf ich zurück.
00:32:34: was ich am Anfang gesagt hab, dass es einfach unheimlich menschlich ist.
00:32:37: Dass man nicht ... Man kann nicht perfekt sein so und es passieren auch Dinge die einem leidtun.
00:32:44: Ich meine damit nicht schlagen!
00:32:47: Dass man Dinge den Kindern an den Kopf wirft, die einem Leid tun.
00:32:49: Dass eigentliches besser weiß, das ist nicht in Ordnung
00:32:52: usw.,
00:32:52: aber im besten Fall macht man's nicht vor dem Kind an.
00:32:56: Aber ich glaube, das schafft niemand.
00:32:58: Wir sind keine Therapeuten als Eltern?
00:33:02: Das finde ich ist ein ganz wichtiger Satz.
00:33:03: Den habe ich mir auch früh hinter die Ohren geschrieben.
00:33:05: und wir sind keine Therapeuten als Eltern, wir sind Eltern Wir sind Bezugspersonen.
00:33:10: Ja!
00:33:11: Wir müssen keine pädagogischen, pädagogisch korrekten Abläufe einhalten.
00:33:16: Was ich halt auch immer denke es passt nicht ganz zum Thema Therapie.
00:33:19: aber in diesem ganzen Durcheinander so nenne ich's mal diesen Diagnostik ja nein Wartplätze, Warteliste usw.
00:33:29: Egal, ob das Kind eine Diagnose hat.
00:33:31: Wenn wir nicht zu den Kindern stehen und in Verbindung bleiben... Wer macht es dann?
00:33:36: Also wenn ich jetzt weiß, dass ist ein autistisches Kind das und aber selber noch Schwierigkeiten damit habe Rückblickend würde ich sagen Das Wichtigste ist aber in Verbindung mit den Kindern zu bleiben Und das sagt sich auch wieder so leicht!
00:33:48: Das ist nicht leicht Aber weil wenn ich mich für mein Kind einsetze Auch wenn es da gerade meine Kinder schreien in der Öffentlichkeit nicht muss Ich dazusagen Meine Kinder sind hoch maskiert.
00:33:59: Ich hab das zu Hause, aber wir haben auch Nachbarn, die das hören.
00:34:02: Deswegen habt ihr's zuhause?
00:34:04: Wahrscheinlich ja.
00:34:04: Weil sie so viel maskieren.
00:34:05: Genau,
00:34:06: genau... Aber was ich halt nur sagen würde ist wichtigste finde ich, dass man sich nicht für sein Kind schämt, dass es auffällig ist und schreit oder versucht zu unterdrücken.
00:34:18: Das ist wie gesagt ein Riesenprozess, das ist nicht von heute auf morgen gemacht, aber das Wichtigste mit den Kindern in Verbindung zu bleiben.
00:34:25: Auch da sich einzugestehen, wenn man's mal nicht schafft!
00:34:28: Wie hast du denn da das jüngere Kind, also den jüngeren Bruder im Blick?
00:34:33: Wenn es so eskaliert mit dem Größer an.
00:34:35: Das ist eine sehr gute Frage!
00:34:36: Das ist ne unheimlich schwierige darauf zu antworten weil wir uns früher schon immer wieder... Wir haben immer gesagt der Kleiner kommt zu kurz, der kommt zu kurz.
00:34:48: Also der kleine war aber auch wenn man jetzt mal von auffällig und unauffälligt spricht er war nicht so auffählig wie der große.
00:34:54: Der Große war von Anfang an auffährlich Von Anfang an Das war uns aber nicht klar, dass das alles schon so ist.
00:35:00: Und der kleine wurde jetzt in den letzten Jahren immer auffälliger?
00:35:05: Eigentlich brauchen sie beide eine ein zu eins Begleitung.
00:35:08: Eigentlich ist es so, eigentlich brauchen auch Zuhause mal mehr Mal weniger Aber irgendwie immer mal einen Input von uns.
00:35:15: Sie brauchen uns als Sicherheit, als Bestätigung und als Begleitung gerade wenn wieder Phasen mit extrem Ängsten... ...das ist halt ein wirklicher Drahtseilakt das hinzukriegen.
00:35:28: Eine ganze lange Zeit lang hat der große Begleitung in Anspruch genommen, sagen wir es mal so.
00:35:35: Da waren wir immer froh, dass der kleine das relativ gut mitmacht.
00:35:39: Wir hatten nicht das Gefühl, dass er auf der Strecke bleibt und haben versucht ihm später jedes Kind alleine Zeit zu machen.
00:35:46: Aber wenn du eigentlich Kinder hast die du auch einzeln begleiten musst... Du hast keine Zeit mehr für dich alleine und auch nicht als Paar!
00:35:53: So, und wir hatten damals noch eine Babysetterin.
00:35:57: Das hat auch wirklich sehr geholfen.
00:36:00: Aber es ist schon so... Diese ganzen Ratschläge immer ja denkt an euch selbst für Sorge die sind alle super richtig und super wichtig aber sie in der Realität immer umzusetzen das ist nicht einfach mit zwei Kindern.
00:36:14: bei uns ist halt auch noch so die sind auch sehr verschieden.
00:36:17: auch noch also der große Hatten eine Autismusdiagnose.
00:36:20: alleinstehend sage ich jetzt mal und der Kleine halt, Autismus- und ADHS.
00:36:25: Und diesen Unterschied merkt man auch.
00:36:28: Und da irgendwie Herr der Situation zu werden ist eine Herausforderung teilweise täglich.
00:36:35: Wo genau merkt Man den bei dem kleinen den Unterschied?
00:36:38: Also in sicherem Umfeld hat er augenscheinlich weniger Probleme Aber sobald das aus dieser Komfortzone rausgeht, sei es.
00:36:48: Er wird jetzt dieses Jahr eingeschult von der Kribbe in den Kindergarten wechseln und andere Kinder besuchen.
00:36:53: Da fängt das an dass er sehr zurückgezogen ist, dass sich die Ohren zuhält, dass er Angst hat.
00:37:00: Ich meine, das ist ein ganz banales Beispiel.
00:37:02: Es reiht auch schön Autos immer auf, wenn man das Autistische mal so ein bisschen in den Vordergrund nimmt.
00:37:07: Also Zuhause überwiegt dieses... ich will nicht hyperaktiv sagen aber dieses
00:37:13: Lebendige?
00:37:14: Ja.
00:37:15: Sehr gut, ähm... Also und zu dem Thema halt Maskieren.
00:37:20: Beide Kinder fallen nicht in dem Maßen auf wie sie es zu Hause tun.
00:37:26: Das ist ja ein ganz typisches Phänomen beim Maskieren.
00:37:30: der Kleine im Kindergarten.
00:37:32: Ich sag jetzt mal an, wo string?
00:37:33: kann er sich auf einmal konzentrieren?
00:37:34: ich sage das jetzt mal so salopp So ne Der große, der wirkt vielleicht noch eher nochmal bisschen perfektionistisch.
00:37:40: Das ist das, was noch außen hin auffällt.
00:37:42: Ansonsten sind sie beide sehr hilfbereit und so weiter.
00:37:45: aber die brechen halt zu Hause komplett aus!
00:37:50: Wir haben jetzt seit fast drei Jahren ein Hund.
00:37:53: Das ist schon mal ein gutes Regulationsobjekt.
00:37:55: Das holt die beiden schonmal ein bisschen runter.
00:37:57: Aber der größere ist ein guter Schüler Aber der hat durch dieses Maskieren, er strengt sich in der Schule so dermaßen an was man alles überhaupt nicht mitkriegt.
00:38:06: und bei dem kleinen jetzt Thema Einschulung.
00:38:09: Da haben wir auch so viele Gespräche schon und alles weil wir die ganzen Bausteine ja kennen.
00:38:13: das geht mit Anforderungen also mit... Auch wieder da sagt mir jemand etwas ich soll es machen Das ist alles schon den alles schon Baustellen Was für ihn nicht so einfach ist dass alle zu Bewerkstelligen.
00:38:27: Also ich denke gerade wegen Schulassistenz und so, weil man das auch kommuniziert kriegen muss.
00:38:34: Gerade wenn man Hochmasken Kinder hat ... Das sind ja oft Eltern, die dann Vorwürfe kriegen.
00:38:39: Na ja, das ist ein Erziehungsproblem.
00:38:40: Das ist zu Hause!
00:38:43: Und auch ...
00:38:44: Das ist das Dilemma her.
00:38:46: Ich würde noch einmal gerne auf die ganz erste Anfangszeit zurückgucken.
00:38:52: mit welchen Vorstellungen sein wird, Mutter zu sein?
00:38:55: Bist du an die ganze Sache rangegangen?
00:38:58: Na Friede, freuer Eierkuh.
00:39:02: Also meine Vorstellung tatsächlich als wirklich aus dem Bauch heraus.
00:39:07: das Kind kommt auf die Welt ich liebe es Es läuft natürlich ist wein das schreit mal man kümmert sich aber es flutscht jetzt mal ganz salopp gesagt so habe ich mir vorgestellt Natürlich wenn ich mein erstes Kind denke da hat nichts geflutscht schon nach der Geburt nicht.
00:39:30: Das fand ich bezeichnend, also ich habe beide Kinder relativ schnell ein Problem ausgekriegt da hatte ich keine Schwierigkeiten.
00:39:36: Also die normalen, die man hat bei einer Geburtschmerzen und so weiter... Er war auf der Welt und hat nur geschrien wirklich nur geschreien, geschrien, geschrehen!
00:39:47: Ich war ja selber kaputt, lag im Bett, hatte ihm einen Beistellbett, er hat geschrien geschrien und geschrien.
00:39:53: Ich hab ihn zu mir genommen, war Ruhe.
00:39:55: Ich hatte mein Kind ja nur auf dem Arm, weil er nur ruhig war, wenn der bei uns war.
00:40:00: Wo ich natürlich schon auch mal den Spruch gekriegt habe, ne?
00:40:02: Du trägst ihn nur aufm Arm, willst du nicht mal irgendwie auch beiseitelegen.
00:40:06: und mir fiel es damals nicht so leicht zu selbstbewusst zu sagen, nee, braucht das!
00:40:12: Weil man ist ja auch unerfahren beim ersten Kind.
00:40:14: oder es war einfach die Intuition.
00:40:17: Wenn ich ehrlich bin, hab ich das immer gedacht.
00:40:19: Immer von Anfang an.
00:40:20: Das habe ich mir nämlich gedacht?
00:40:22: Ja, wieso?
00:40:22: Ich hab mir gedacht, dass du vorher schon intuitiv einiges angepasst hast was euch gut getan
00:40:29: hat.
00:40:30: Also ich wollte immer Kinder aber hatte ein bisschen Respekt ob ich das schaffe.
00:40:32: Ich könnte es nicht benennen warum.
00:40:36: Aus meinem Blickwinkel macht das halt dafür oder damals die erste Zeit richtig gut.
00:40:39: also das hätte ich selber vor mir gar nicht erwartet und weil ich... ...ich hab dann noch ein paar negative Erfahrungen gemacht.
00:40:46: Mein Kind musste nach den ersten fünf Wochen operiert werden, um das nur mal den Rahmen zu stecken.
00:40:51: Er hatte dann später mit einem... Er musste auch operiert sein und er hatte mit der Milchprobleme also dass er sie nicht vertragen hat.
00:40:58: Und ich hatte die richtige Intuition oder ich wusste hier stimmt was nicht habe mit der Hebamme mehrmals gesprochen.
00:41:08: Ich hab's aufgenommen wie mein Kind sich krümmt und schreit und macht und tut.
00:41:12: Er sagt ne ist nichts la la la und ich hab es beim Kinderarzt angesprochen.
00:41:16: Und dann war auch was und das schon nach den ersten fünf Wochen tatsächlich, als es mit der OP war.
00:41:20: Da hab ich für mich schon ... den Klick gehabt.
00:41:23: Eine Mutter hat immer recht also zumindestens dass etwas nicht rund ist.
00:41:30: Also ich gehe jetzt nicht genauer darauf ein aber ich habe's gesehen Habs registriert, hab gedacht so hm?
00:41:36: Ist ja komisch.
00:41:37: Seitdem ist es so, dass sich für mich weiß kämpft wie dein Kind also jede Mutter wenn irgendwas nicht stimmt und die andere erzählen wollen Nee, du übertreibst.
00:41:47: Das stimmt nicht oder... Nicht hinhören ungefähr so lange bis das Gefühl wieder im eigenen Bauch stimmt!
00:41:55: Das finde ich halt ganz wichtig weil es wird mit dann ganz oft abgesprochen Oder wird so getan naja da gucken wir mal noch und na ja das ist immer so.
00:42:03: und dies und dass.
00:42:05: Und das ist halt das was ich auch mit meinen Eltern austausch.
00:42:07: Ich möchte gerne auch anderen vermitteln, vertraue dir selber.
00:42:11: Wenn du das Gefühl hast und wenn wir jetzt noch mal auf dem Autismus zurückkommen Vertraue ruhig dir selber, wenn du das gefühl hast ist es so auffällig Mach selber guck.
00:42:21: was gibt's so für Gedanken?
00:42:23: oder wenn du dich beliehst?
00:42:24: Was kann man machen?
00:42:24: Was könnte helfen?
00:42:25: Zum Beispiel jetzt reizarm anfängt und man merkt dass hilft Es ist egal ob du Diagnose hast oder nicht.
00:42:31: Aber dann mache ich es so.
00:42:32: Also vertraube dir weil das hatte ich nicht am Anfang.
00:42:36: Wie hast du denn überhaupt das herausgefunden, dass es Autismus sein könnte?
00:42:40: Habt ihr das rausgefunden oder hat euch jemand darauf aufmerksam
00:42:43: gemacht?
00:42:44: Wir wurden drauf aufmerksam gemacht.
00:42:47: Weil unser Kind ja schon mit fünf Lesen konnte und alles.
00:42:51: Und sehr wissbegierig!
00:42:52: Und dies und das... Ich hatte mir nie getraut zu sagen, wir haben zu Hause drüber gesprochen, ist der hoch
00:42:56: begabt?!
00:42:57: Ist er unter
00:42:57: vor?!
00:42:57: Da ist er deswegen so auffällig!
00:43:00: Kindergarten habe ich das angesprochen.
00:43:01: Dann sagte die Erzieherin, lass ihn doch mal auf Hochbegabung testen.
00:43:03: Da dachte ich so.
00:43:04: endlich spricht es mir jemand aus weil ich möchte nicht so da stehen als wenn ich.
00:43:07: mein Kind ist so toll und schlau.
00:43:09: Und so fing die Geschichte an.
00:43:12: Wir haben dann einen stärken Schwächentest hieß das damals.
00:43:15: Da ist er sehr heraus gestochen Wo man halt auch sagt Das geht in dem hoch begabten Bereich.
00:43:22: Daraufhin habe ich mich beim Hochbegabtenverein angemeldet, weil ich mehr Unterstützung oder Ideen Impulse erhoffte.
00:43:27: Da war es erforderlich, dass du die Diagnostik mit schickst und dann hab ich eine sehr wohlwollende E-Mail zurückbekommen.
00:43:34: Hier ist was auffällig!
00:43:36: Ich hab auch telefoniert mit der Person ... Und ich bin ja heute dankbar, weil das hat unseren Weg extrem abgekürzt.
00:43:44: Sie hat gesagt, ich kann mir keine Diagnosen anmaßen, hat aber von ihren eigenen Kindern erzählt.
00:43:48: Im ersten Moment war's ein Schock.
00:43:50: Ich dachte, wir haben mit so was nichts zu tun.
00:43:53: Das war mein Denken damals!
00:43:55: Ja und wahrscheinlich standen die Fähigkeiten im Vordergrund?
00:43:59: Ja genau das heißt ja eigentlich, oh Gott, Defizit... Also ja und so kam mir dann wo da uns entsprechend auch eine Stelle empfohlen, wo wir denn hingehen können weil dass da sehr ausführlich gemacht wird.
00:44:10: Da gehört noch ein IQ-Test zu Und das hat das Ganze auch nochmal bestätigt.
00:44:14: Es ist zwar keine Hochbegabung aber sehr nah dran.
00:44:17: So war unser Weg.
00:44:20: Die Person, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, hat mir natürlich einen enormen Schreck eingejagt damals.
00:44:26: Aber heute ist es so, dass ich denke Gott sei Dank hatten wir eine Person.
00:44:29: Weil wenn ich mitkriege links und rechts was Eltern für schleifen gehen oder gesagt wird sie wollen ja nur ... Also das ist ein Feld Haare sträubend.
00:44:42: Ich möchte die Diagnostiker damit nicht abwerten um Gottes Willen, ne?
00:44:46: Aber es ist einfach so ein Durcheinander und ich merke das selber.
00:44:49: Das verunsichert auch mich immer wieder!
00:44:52: Weil man hat ja dann den nächsten Schritt.
00:44:54: Wenn ich zum Beispiel vorhin Schulassistenz gesagt habe, man muss an Behörden ran.
00:44:56: Man schmeckt der Eingliederungshilfe usw.
00:45:00: Und dann stolperst du über Dinge weil gesagt wird... Nee ihr kennt es nicht so, das glauben wir ihnen nicht.
00:45:05: Also es wird nicht wirklich gesagt aber du kriegst ja Ablehnung in Frage gestellt werden.
00:45:13: Und das ist enorm verunsichert, kann niemand gebrauchen vor allen Dingen Eltern die wirklich ihr Kind jeden Tag erleben und auch wirklich sagen, keiner will eine Diagnose haben.
00:45:21: Keiner sagt so jetzt gehen wir mal zur Diagnostik weil wir das und das haben wollen.
00:45:28: Wir haben keinen Bock auf Verziehung, wir sind unviel, wir wollen jetzt eine Diagonist, macht doch keiner!
00:45:33: Also wenn dann sind das doch die meisten Kämpfen darum dass sie Unterstützung für ihr Kind kriegen?
00:45:39: Ich bin noch mal ein bisschen dran hängen geblieben, indem mit so was hatten wir ja nichts zu tun.
00:45:44: Oder ich höre das auch in anderen Umfeldern, dass dann manche sagen ja hoffentlich nicht das auch noch so und ich sage wieso?
00:45:51: Was wäre daran so schlimm?
00:45:52: Naja, da gibt es ja wieder hoffen Probleme weil das ist das Ding!
00:45:55: Wir werden immer vor Problemen gestellt und auch weil es manchmal einen Stigma darstellt, immer noch.
00:46:02: Und dann eben von dem Stigma wegzukommen zu sagen Es ist in Ordnung wenn's so was ist in anfangen gestrichen weil es gehörte großen bunten welt dazu und Es gibt leute die haben die diagnose die haben jetzt keinen leidensdruck oder kein unterstützungsbedarf Und für andere ist es wichtig um bestimmte unterstützung zu bekommen Weil die ja nun mal nötig ist in einer welt die nicht davon ausgeht dass sie ein bisschen vielschichtiger ist in Sachen neuronaler Verarbeitungsstrategien und so weiter.
00:46:40: Ich finde auch, ich vermeide Bewusststörung zu sagen.
00:46:43: Ich mag das nicht weil niemand es gestört im Autismus-Spektrum.
00:46:49: Das ist ja darum herum dieses System wie man immer so schön sagt.
00:46:52: Mein Sohn zum Beispiel der würde nicht so auffallen wenn dann anderes fertig.
00:46:55: also Er fällt ja nicht in der Schule auf.
00:46:56: Aber er würde zu Hause diesen Ballast haben, wenn ein anderes Setting in der Schule hätte.
00:47:01: Ich kann das aber nicht ändern!
00:47:02: Ich kann dieses Setting natürlich über Nachteilsausgleich und so weiter... ...und diese ganzen Unterstützung.
00:47:08: Auch das kostet alles Kraft als Eltern-Energie um das auch für sein Kind einzustehen.
00:47:15: Das ist
00:47:22: eine gute Frage.
00:47:25: Feindfühliger, nicht auf die Bedürfnisse achten.
00:47:29: Aber eher vielleicht zu erkennen ... wirklich kleine Norgen zu erkennen.
00:47:33: Jetzt ist es zu viel was andere gar nicht wahrnehmen.
00:47:37: Wenn man sich schön von Neurotypisch spricht und was neuretypische Menschen nicht wahrnimmt oder ins Zusammenhang bringen, dass eine bestimmte Situation ein Stress auslösen kann.
00:47:47: Hast du dein Beispiel?
00:47:49: Na ja ich hätte mich als Beispiel.
00:47:51: So wie wir jetzt gerade sitzen, wie wir vorhin angefangen haben Wenn wir jetzt die ganze Zeit ... die Schalosie hinter dir, wenn wir die auf gehabt hätten.
00:47:59: Dann würde ich hier mit wirklich übelsten Kopfschmerzen sitzen.
00:48:03: Das nimmt mir ganz viel Stress, dass es zu ist so.
00:48:07: Das ist aber etwas was bei dem Kind schon wieder zu Unruhe führen kann.
00:48:11: Zu Stress und so weiter, das auch erkenne.
00:48:14: Dass ich nicht einfach nur sehe, mein Kind ist gestresst, sondern vielleicht die Umgebung auch schon ins Gent habe und weiß, ah!
00:48:19: Das könnte vielleicht das sein?
00:48:21: Ich bin eigentlich bei meinen Kindern immer so ein bisschen versuchen einen Schritt voraus zu sein.
00:48:25: Also wenn wir in bestimmten Situationen sind, meines Wegen zum Beispiel im Urlaub und vorhergehende sehende Situation Wir gehen auf einem Marktplatz da ist es voll Da weiß ich sofort schon aus meiner eigenen Erfahrung raus das wird zu viel.
00:48:37: jetzt wir gehen mal lieber außen rum.
00:48:39: So Und so muss sich für meine Kinder ja immer einen Schritt weiter mitdenken und schon Mal ungefähr im Blick haben ob die Situation jetzt gut für sie ist oder nicht.
00:48:50: So lange, wo sie so klein sind.
00:48:51: Also diese Aufmerksamkeit für Details oder wo du irgendwie Druck rausnehmen kannst bezieht sich ja auf das komplette Miteinandersein?
00:48:58: Ja, das stimmt!
00:48:59: Ich habe als Mutter die Aufgabe mein Kind fürs Leben stark zu machen, dass es in solchen Situationen sich vielleicht auch selbst helfen kann.
00:49:09: Wie gehst Du mit diesem Bedürfnis, dass Du so als Mutter hast um?
00:49:13: Mein Kind muss nicht aufs Leben in dem Sinne vorbereitet werden, im Sinne von das muss es können und dass muss es und das braucht es.
00:49:22: Weil das ist dann wieder so dieses... Ist das mein Spruch?
00:49:26: Bin ich so geprägt worden, sind das innere Bilder die ich übernommen habe.
00:49:30: Jetzt setze ich mich vielleicht unter Druck weil das Kind manche Dinge nicht kann und es muss es können fürs Leben.
00:49:37: also.
00:49:38: Ich versuche mir da mittlerweile wirklich den druck rauszunehmen und auch meinen Kindern zum Beispiel jetzt die schule.
00:49:44: Also ich würde mal behaupten ich bin so ähnlich wie meinem größerer Sohn gewesen.
00:49:49: Grundschule war für mich noch ein Spaziergang.
00:49:52: Keine große Herausforderung, hat mir Spaß gemacht alles super!
00:49:56: Meine großen Herausforderungen kamen dann auf der weiterführende Schule also da... ich sag immer das war die schlimmste Zeit meines Lebens.
00:50:04: Ich habe meinem Sohn gerade gestern gesagt Die Grundschulle Also du später spielst überhaupt gar keine Rolle Es ist nicht wichtig es auch nicht wichtig wenn in der drei habt ihr vier die Noten Man kann über alles sprechen.
00:50:16: Es ist erst mal nicht das Wichtigste, weil ich habe das früher auch alle so bitter-bitter ernst genommen.
00:50:22: Es gibt heutzutage verschiedene Bildungswege... Also, so rede ich nicht mit meinem Kind, aber kindgerecht halt, sag' ich ihm auch!
00:50:29: Dann machst du den Arschloch.
00:50:30: Mein großer Sohn möchte Astronaut werden.
00:50:32: Für einen Astronaut braucht er Abitur.
00:50:34: Wenn ich mir aber im Moment angucke wie es ihm geht in der Schule, denke ich mir so, hm, das passt noch nicht ganz zusammen, dass Zielen mit denen Anforderungen die er gerade fühlt.
00:50:43: Und dann denk ich mir Er muss in so eine Art Selbstbestimmung kommen.
00:50:47: Das heißt, wir müssen ihn, ich sage mal an Anfangstrichen zügig durch die Grundschule kriegen und dann müssen wir ja schon das erste Mal gucken auf welchen Schultyp geht er da?
00:50:54: Und da haben wir ne Schule im Blick wo er... krealschule machen kann oder abitur.
00:50:58: er kann sich währenddessen entscheiden ob er es machen möchte oder nicht.
00:51:01: ich möchte ihn relativ zügig in dieses gefühl kommen lassen dass er das gefühlt hat.
00:51:06: er kann selbst mitgestalten mitwirken weil und dann hat er vielleicht auch eher den ansporn.
00:51:10: also ich versuche meinen kinder nicht mehr so wie ich groß geworden bin.
00:51:14: das muss man aber und das muss mal.
00:51:15: aber und dies und das weil das ist so das erzeugt druck wenn es eigentlich auch andere Wege gibt.
00:51:23: Und zum Beispiel, ich studiere ja jetzt auch soziale Arbeit mit... Na gut schon ein paar Jahre länger aber ich bin jetzt Anfang vierzig.
00:51:31: Es steht, wenn man's will einem später noch der Weg offen.
00:51:34: Man kann Abitur nachholen, Schulabschlüsse nachholend, man kann später ein Studium anfangen und ich versuche das meinen Kindern auch zu sagen Ich stand jetzt so wie sie sehe meine Kinder die wollen Ja!
00:51:46: Ich weiß ja noch gar nicht was kommt.
00:51:48: Wir gehen auch davon aus, dass sie selbstständig werden.
00:51:50: Dass sie mal eine eigene Wohnung beziehen.
00:51:52: Dass die Partnerinnen haben... Ich weiß es ja aber nicht!
00:51:59: Vielleicht brauchen Sie doch mehr Unterstützung.
00:52:02: Vielleicht leben Sie länger zu Hause.
00:52:03: Das ist alles nicht untypisch.
00:52:04: deswegen ich versuche da den Druck eigentlich rauszunehmen.
00:52:08: und mir gegenüber.
00:52:09: Wie nimmst du denn bei dir selber den Druck raus, wenn du die Möglichkeit dazu hast jetzt?
00:52:15: Also deine Kinder sind jetzt älter.
00:52:17: Sie sind dann in der Betreuung oder in der Schule.
00:52:20: Was machst du als erstes, wenn Du Zeit hast für dich?
00:52:25: Relaxen Das wäre so die erste Antwort Nein aber Kriegst
00:52:28: du das hin?
00:52:30: Ja weil ich ganz viel Ruhe auch brauche und dieses Alleine sein Und Ich hab ja einen Alltag, der sehr voll ist also jetzt mit Geräuschen Mit Bewegungen mit vier Leuten Und ich konnte das, glaube ich aber auch schon früher.
00:52:44: Ich kann mich einfach auf die Couchlinge an der Decke starren, sage jetzt mal blöd so.
00:52:51: Aber natürlich habe ich jetzt gerade während du die Frage so formuliert hast wie nimmst du dir Druck raus?
00:52:55: Habe ich gedacht naja also wirklich ein ganz großer wesentlicher Faktor ist halt auch der Partner.
00:53:01: Also in meinem speziellen Fall... Jetzt kommt eine Lobhut allein.
00:53:05: Nein, schön!
00:53:06: Kommunikation zwischen den Partnern ist unheimlich wichtig.
00:53:12: Also wir reden ganz viel und auch ich hatte am Anfang natürlich auch noch nicht das Selbstbewusstsein, aber dass man auch den Mut hat zu sagen.
00:53:17: Ich kann das nicht!
00:53:18: Ich schaff das nicht... ...ich brauche deine Hilfe, dass man sich gegenseitig auch Kritik nennen kann gerade in dem Setting.
00:53:25: wenn wir jetzt über autistische Kinder sprechen was her wo man sehr herausfordernden Alltag hat Und bei uns.
00:53:34: Es kostete mich auch ein bisschen Mut und auch meinen Mann, glaube ich, auch noch ein Stückchen mehr.
00:53:38: Weil er auch noch ganz andere Rollenbilder oder Prägungen im Kopf hat wie ich das immer nenne.
00:53:43: Wir haben uns das jetzt so zurecht gebaut dass es für uns als Familie funktioniert.
00:53:49: Man kann eigentlich wieder sagen wir sind in einem alten Rollenmuster Ich bin jetzt zu Hause Er geht arbeiten.
00:53:56: Wir sind Gott sei Dank an der Situation dass wir das finanziell alles leisten können.
00:54:01: Ich bilde mich weiter fort nebenbei.
00:54:03: Auch das muss ja bezahlt werden, sage ich mal und dass man da auch keine gefühlte Abhängigkeit hat.
00:54:08: also ich fühle mich nicht abhängig von meinem Mann in dem Sinne.
00:54:12: Also ich finde es jetzt halt auch eine Beziehungskompetenz irgendwie zu raus zwischen den Erwachsenen Und sprechen ist halt wichtig und auch ehrlich sprechen Und auch ehrlich über die Gefühle sprechen können.
00:54:23: So und das ist das was mir natürlich Druck rausnimmt weil ich sagen kann wie's mir geht ihr könnt Dinge ansprechen dass es offensichtlich mit den Kindern grad schwierig ist oder so.
00:54:35: Oder, das ich halt eine Phase lang halt dann weil ich da nicht arbeite auch dafür dar bin, dass der Große zum Beispiel jetzt öfters zu Hause ist.
00:54:44: Dass ich es auffange.
00:54:46: Dafür krieg' ich aber keinen Druck.
00:54:47: So du musst jetzt aber mal Geld verdienen.
00:54:49: Also das ist halt so ein Miteinander und ich glaube, schon auch ein großes Thema ist in anderen Familien.
00:54:57: Dass das nicht überall so gegeben und alleine erzielen, ist nochmal ein ganz anderes Thema.
00:55:02: Wobei ergänzt ihr euch denn besonders gut?
00:55:04: gerade dadurch dass ihr nicht beide autistisch seid?
00:55:09: Für mein Mann sind viele Sachen nicht so anstrengend für mich.
00:55:14: Er braucht dann nicht so vorher so einen Plan.
00:55:18: Also für mich ist ja der Alltag, also die Kinder sind zum Beispiel bei der Therapie.
00:55:22: Eigentlich das bei der Feuerwehr.
00:55:24: Das andere Kind ist bei der Astro-Gruppe und es muss nach Bremen gefahren werden.
00:55:28: Und wenn ich das jeder Woche so leisten müsste regelmäßig... Ist mir das zu viel!
00:55:34: Das ist aber mein Mann nicht zu viel und er nimmt mir die Dinge ab, die ich nicht so gut kann.
00:55:38: und umgekehrt haben wir dann mal drüber gesprochen, mal unausgesprochen.
00:55:43: Nicht eine Abmachung, Er sieht auch gerade, dass ich da nicht voll rumlege.
00:55:48: Sondern einfach kaputt bin.
00:55:49: Er weiß es, weil ich im Vormittag beim Podcast gesprochen habe, dann nach Hause komme und müde bin ... Weil ich mit dem Auto nach Bremen gefahren bin in den Parkplatz suchen musste!
00:55:58: Weißt er aber auch, wenn ich nachher das zuhause bin... Und liegt auf der Couch und mich erholen muss, kaputt ist?
00:56:03: Dann macht er mir keinen Vorwurf, sondern sagt okay, ich mache jetzt die Küche, stört dich das.
00:56:06: Wenn ich den Geschirrspüler mache, ist's laut.
00:56:09: Geht mit den Kindern hoch also.
00:56:11: Aber dafür musste ich vorher aber ihm auch erklären Das ist mir zu viel.
00:56:16: So ist die
00:56:16: Situation.".
00:56:18: Wir hatten im Urlaub eine Situation, du musst uns rausholen aus der Situation.
00:56:22: Ich kann das in dem Moment nicht und das muss ich ihm dann erklären.
00:56:24: Er nimmt sich dem an und nimmt es aber auch nicht persönlich.
00:56:29: Außer wenn ich ihn anschreihe, weil ich selber überfordert bin in dem moment.
00:56:32: Na gut, Situation!
00:56:35: Und was macht ihr denn?
00:56:36: Wenn das mal passiert...
00:56:38: Dann werde ich sehr laut.
00:56:42: Auch ziemlich mit Druck glaube ich.
00:56:45: Ja, wir unterhalten uns halt ziemlich viel und lange dann.
00:56:47: Aber auch wenn das jetzt so ein bisschen Schwanzette klingt... ...aber wir lieben uns halt!
00:56:52: Und das wird am Ende nach solchen Streitgesprächen immer deutlich.
00:56:59: Wir haben eine sehr wertschätzende Beziehung.
00:57:02: Ich glaube, so kann man es zusammenfassen.
00:57:03: Das macht es ja noch tragfähig?
00:57:06: Auch wenn's mal zu schwierigeren Situationen kommt.
00:57:10: Natürlich streiten wir uns auch.
00:57:11: Natürlich haue ich manchmal Sachen an den Kopf.
00:57:14: Aber wir
00:57:16: nehmen uns das nicht übel.
00:57:17: Was sind denn so kleine alltägliche Highlights über die du dich freust, die du bemerkst?
00:57:25: Die Frage ist ein bisschen zu allgemein.
00:57:26: abwasbeziehste also was hast du im Hinterkopf?
00:57:28: was meinst du?
00:57:30: Wo?
00:57:31: du hast gesagt du möchtest deinen Kindern beibringen dass sie selbstbestimmt handeln wenn du so merkst.
00:57:38: oder hat mein Kind jetzt eine Entscheidung für sich getroffen und hat auf sich geachtet?
00:57:45: Also das erste was mir durch den Kopf schießt ist, dass ich das unheimlich gut finde.
00:57:48: Dass meine Kinder mir auch ihre Meinung mal gegen den Kopf knallen.
00:57:52: Das hab' ich früher nicht... also es muss nicht knallen sein!
00:57:54: Aber dass sie einfach sich auch trauen zu sagen, Mama nee, das find ich blöd was du machst oder sowas.
00:58:01: Das ist natürlich aber aus meiner eigenen Erfahrung heraus weil ich den Mut nicht hatte Ich habe meinen Mund so gut wie nie aufgemacht Ja.
00:58:09: und dass man zum Beispiel bei dem Kleinen sieht der jetzt wirklich erst so das letzte Jahr so langsam aus sich rauskommt, dass er sich auch mal traut alleine irgendwo hinzugehen.
00:58:18: Also wir haben eine Straße wo ganz viele Kinder sind.
00:58:20: da kann man einfach rausgehen und dann können die doch spielen auch ohne dass wir dabei sind.
00:58:24: Und es macht ja jetzt immer mehr So und Obwohl er eigentlich wirklich so einer war Dass man ganz lange immer auch zu einem einzelnen Spiel treffen mit musste er sich quasi erst einmal versteckt hat usw.
00:58:37: Ja Das ist jetzt erstmal das was mir dazu jetzt einfällt die beiden sachen.
00:58:42: Was meinst du, um den Blick mal so ein bisschen gesellschaftlich zu weiten?
00:58:46: Was hat die Gesellschaft eigentlich davon?
00:58:50: Dass wir Eltern das alles wuppen.
00:58:53: Na ja, wenn man sich anguckt was jetzt gerade so los ist... Es ist eigentlich nichts Positives.
00:59:00: aber diese ganze Unterstützung verlagert sich halt ins Elternhaus.
00:59:03: also alles was man mehr als Unterstützung in Schulen im Kindergarten bräuchte fangen wir halt zu Hause ab.
00:59:11: Also da hat aber nichts die Gesellschaft, naja sie hat insofern was davon dass sie die Arbeit nicht hat.
00:59:16: Aber mir fällt da jetzt erstmal nichts Positives als ersten Gedanken ein weil es ja schön ist das ich diesen Job mache und das ich das gutmache.
00:59:25: aber sehen tut's ja keiner und ich habe eher damit zu kämpfen verstanden zu werden so.
00:59:29: und also die gesellschaft was hat sie davon?
00:59:33: Ich würde eher, wenn die Frage in die Richtung gegangen wäre von autistischen Menschen, neurodivergenten Menschen.
00:59:39: Kann man leichter beantworten finde ich wegen der Vielfalt und so weiter unterschiedliche Blickwinkel.
00:59:44: Dann erweitert sie doch gerne in diese Richtung?
00:59:47: Mir fällt das ist kein Zitat oder eine Sichtweise ein von einer Person, die ich gar nicht schlecht fand.
00:59:56: Neurodivergente Kinder egal ob autistisch ADHS usw.. Oder können Kinder sein, die sehr auffallen?
01:00:03: Im Unterricht geschehen im Kindergarten.
01:00:05: Dass das eigentlich ... Ich fand diese Bezeichnung so gut, dass sie ein Seismograph sind für Gruppengeschehen.
01:00:12: Also wenn eine Gruppe von Kindern ist und das ein Kind was unruhig wird, dann heißt es für mich als Person, die die Kindergrad betreut oder als Lehrkraft, dass noch nicht alle Bedürfnisse oder noch nicht befriedigt sind.
01:00:26: Oder dass halt ... Kind, was gerade nicht ruhig sitzen kann heißt dann auch irgendwie.
01:00:32: Ah okay das ist schon mal... Das zeigt mir an ich muss ein bisschen etwas verändern damit die Gruppe wieder harmonisch ist.
01:00:39: jetzt auch wie das falsche Wort aber es ist so ein spezieller Blickwinkel.
01:00:47: Ja weil der Gedanke mit dem Seismographen das war doch für Erdbebenerkennung und es gibt bestimmte Tiere, die ganz früh spüren.
01:00:56: Wenn da was droht, wenn ein Erdbeben oder einen Vulkanausbruch antreut, die verlassen dann die gefährlichen Zonen.
01:01:02: Darin habe ich gerade gedacht, dass dann vielleicht unsere Kinder gerade wegen ihrer Empfindlichkeit in so einer Gruppe vermitteln können.
01:01:09: Irgendwas stimmt
01:01:10: hier gerade nicht.
01:01:10: Ja genau, darauf wollte ich hinaus ein bisschen in die Richtung.
01:01:13: Fällt dir noch einen von wem das war?
01:01:15: Das
01:01:15: ist Sastka nicht, die finde ich sehr gut.
01:01:18: Kann man auch sehr empfehlen!
01:01:19: Also werdet ihr wahrscheinlich auch kennen ein Kopf voll Gold?
01:01:22: Ja
01:01:22: genau.
01:01:22: Sehr praxisorientiert und sehr ehrlich und authentisch ja kann ich euch auch empfehle aber hört uns bitte trotzdem auf weiter.
01:01:29: Hört uns gerne parallel.
01:01:32: Ich tue es auch
01:01:35: Gut.
01:01:35: dann machen wir mal für heute Klar, auf Richtung Ziellinie zusammen.
01:01:42: War ein sehr schönes Gespräch mit dir.
01:01:43: Danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast und so viel Kraft investiert hast.
01:01:47: Ich hoffe es wartet ein gemütlicher Sofa zu Hause auf dich!
01:01:50: Ich wollte noch mal euch darauf aufmerksam machen.
01:01:53: wenn ihr mehr von Christine hören wollt dann folgt ihr doch auf LinkedIn.
01:01:59: da bist du ziemlich aktiv.
01:02:00: ja und schaut euch ihre Webseite mal an.
01:02:03: Neuroherz.de Eure Erfahrungen mit Stress Eltern, für Herausforderungen im Familienalltag und wie Sie damit gut klarkommen.
01:02:11: Könnte uns gerne schreiben oder ein anderes Thema vorschlagen freuen wir uns auch an.
01:02:15: hallo at spektrakulär.de.
01:02:18: Macht's gut für diesen Monat!
01:02:20: Danke für heute!
01:02:22: Danke!
01:02:22: Tschüss!
01:02:24: Das war
01:02:27: Spektrakulär.
01:02:29: Eltern erkunden Autismus.
01:02:32: Weitere Infos und Links zu dieser Folge findet ihr auf unserer Seite spektrakulaire.de.
01:02:38: Der Podcast aus dem Martinsklub Bremen.
01:02:43: Gefördert durch die Heidehofstiftung, die Waldemark Kochstiftungen und die Aktion Mensch.
01:02:49: Redaktion und Produktion Mirjam Rosentreter in Zusammenarbeit mit Selbstverständlich Agentur für barrierefreie Kommunikation.
Neuer Kommentar